Frachtvermittlung

Eine Frachtvermittlung führt im Gegensatz zu einer Spedition nicht selbst den Transport durch. Die Aufgabe eines Frachtvermittlers ist es lediglich, einen Frachtvertrag zwischen dem Transportunternehmen und einem Auftraggeber, der Waren transportieren lassen möchte, zustande kommen zu lassen. Ist dies der Fall, erhält der Frachtvermittler eine Provision.


Aufgaben eines Frachtvermittlers

Ein Frachtvermittler wird beispielsweise benötigt, wenn ein Frachtführer oder Spediteur eine Leerfahrt vermeiden möchte. Er hat Waren an einem Bestimmungsort abgeliefert und möchte nicht mit einem leeren Lkw zurückfahren. In diesem Fall fragt er bei einem Frachtvermittler an, ob dieser einen Auftraggeber für die infrage kommende Strecke und den freien Laderaum hat. Nun kann der Frachtvermittler nach einem passenden Auftraggeber bzw. aus seiner Sicht Kunden für den Transportweg suchen. Dabei helfen ihm oft auch Frachtbörsen im Internet. Findet er einen passenden Auftraggeber, kann ein Frachtvertrag zustande kommen. Der Frachtvermittler stellt den Kontakt zwischen beiden Seiten her.


Frachtvermittler transportiert nicht selbst

Der Frachtvermittler selbst schließt jedoch keinen Vertrag ab, verpflichtet sich also nicht, Waren zu transportieren oder den Transport zu organisieren. Dennoch bezeichnen sich im Alltag viele Unternehmen als Frachtvermittlung, obwohl sie selbst zum Transport verpflichtet sind. Sie geben allerdings den eigentlichen Transport an einen weiteren Frachtführer weiter. Rechtlich gesehen sind sie allerdings in diesem Fall kein Frachtvermittler, sondern selbst der Frachtführer. Sie sind damit somit für den Transport und seine Organisation verantwortlich.


Frachtvermittler ohne eigenen Fuhrpark

Eine Frachtvermittlung hat in der Regel keine eigenen Fahrzeuge und auch keine Lagermöglichkeit. Zudem bietet sie keine der mittlerweile bei Speditionen üblichen Dienstleistungen an. Im Unterschied zu einer Frachtbörse im Internet verfügt eine Frachtvermittlung aber in der Regel über ein zentrales Büro. Frachtvermittler arbeiteten mit festen, aber auch mit freien Frachtführern zusammen. Auch für Formalitäten rund um den Transport wie die Ausstellung von Transportdokumenten ist die Frachtvermittlung nicht zuständig.


Unterschied zur Spedition

Eine Spedition, die ihrerseits Aufträge an andere Frachtführer weitergibt, ist kein Frachtvermittler, wenn sie mindestens eine weitere Dienstleistung, die für Speditionen typisch ist, anbietet. Dies kann beispielsweise die Erledigung von Zollangelegenheiten oder die Verpackung von Waren sein. Der Frachtvermittler ist letztendlich der Auftraggeber des Frachtführers. Damit trägt er auch das finanzielle Risiko. Auftraggeber haben meistens recht lange Zahlungsziele, daher geht der Frachtvermittler oftmals beim Frachtführer in Vorkasse und hat somit oft hohe Außenstände. Damit ist das finanzielle Risiko einer Frachtvermittlung sehr hoch.